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Das Einstellungsinterview

 

Bei der Beurteilung der Eignung des Bewerbers werden die Anforderungen (Soll) den tatsächlichen Kenntnissen, Erfahrungen, Fähigkeiten und bisherigen Arbeitserfolgen (Ist) gegenübergestellt. Dazu ist es notwendig, die Anforderungen präzise zu formulieren, weil die Fragen und Aufgaben von den Anforderungen abgeleitet werden. 

 

Hier ein paar Regeln:

 

1. Der erste Eindruck ist wichtig, aber nicht entscheidend

Der erste Eindruck beim Vorstellungsgespräch prägt sich ein und setzt sich im Kopf fest, wie der erste Arbeitstag in einer neuen Firma. Wie bewegt sich der Bewerber (Körperausdruck), wie schaut er einen an, hat er einen offenen Blick, lächelt er bei der Begrüßung, wie ist sein Händedruck, seine äußere Erscheinung (gepflegt, schlampig, nachlässig), wie redet er?  

Nach fünf Minuten hat man einen ersten Eindruck. Man hat den Bewerber im Geiste schon eingestellt oder abgelehnt. Doch das muss eine Arbeitshypothese sein. Bei einem positiven ersten Urteil sollte man im Laufe des Interviews Argumente sammeln, die dagegen sprechen und bei negativem Eindruck umgekehrt verfahren. Nach dem Interview weiß man, ob sich der erste Eindruck verfestigt oder verflüchtigt hat.

 

 

2. Sprechen Sie im Interview die Gefühle an

Warum Gefühle ansprechen? Sie erfahren mehr über den Menschen, den Sie einstellen wollen. Fragen Sie ihn, wie es sich anfühlt, wenn man mit einer Idee scheitert oder ein Projekt trotz Rückschlägen erfolgreich zu Ende führt? Aus Fehlern lernt man mehr als aus Erfolgen. Fragen Sie die Bewerber, wie sie aus dem Loch, in das sie gefallen sind, wieder herausgekommen sind, was sie aus den Fehlern gelernt haben, wie sie einen Kunden zurück gewonnen haben oder wie es ihnen als Chef gelungen ist, die Widerstände gegen die Neuorganisation zu überwinden.

 

 

3. Kopf- oder Bauchentscheidung?

Verstand und Logik sind nicht unfehlbar, aber Gefühl und Intuition auch nicht. Bei der Entscheidung, wer eingestellt wird, handelt es sich um eine Prognose und deshalb gibt es keine Gewissheit.  

Gehen Sie vor wie bei der Partnerwahl: Keine Kompromisse. Alle an der Auswahl Beteiligten müssen ohne Vorbehalt für die Einstellung votieren. Wenn es Bedenken gibt, die nicht ausgeräumt werden können (evtl. durch ein zweites Gespräch), wird der Bewerber nicht eingestellt. Selbst wenn vieles für den Bewerber spricht und ihnen ihr Bauchgefühl sagt „Nein“, sollten sie der Intuition folgen, auch wenn sie das Gefühl nicht begründen können. Intuition, so der Wissenschaftler Gerd Gigerenzer, beruht auf Erfahrungswissen.

 

 

Angebot:
Vortrag: Das Einstellungsinterview - Von der Emotions-  und Hirnforschung lernen
 Dauer: 2 Std. mit Diskussion

 

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